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Der Begriff „Funktionstiere“, bzw. „Funktionsfische“ geistert seit ein paar Jahren durch aquaristische Newsgroups und Internetforen. Gemeint sind damit Fische oder Wirbellose, die in Aquarien irgendeine real erkennbare und erwünschte „Funktion“ erfüllen, oder von denen man wenigstens diese Eigenschaften erwartet. Unterstellt wird dann von den Kritikern, dass solche Tiere mehr oder weniger ausschließlich wegen ihrer „Funktion“ angeschafft / gehalten werden, aber eigentlich ja nicht um ihrer selbst Willen, „weil man sie mag“ oder gar „liebt“.
Die schon sehr früh als Funktionsfische bezeichneten Tiere finden sich in Literatur und Internetforen hauptsächlich in drei Gruppen: „Algenfresser“, „Schneckenfresser“ und „Futterresteverwerter“ („Müllschlucker“!). Von anderen wird selten gesprochen, aber sie werden ebenfalls nicht ganz selten „missbraucht“. Gemeint sind Fische, die überzähligen Nachwuchs bei produktiven Arten dezimieren. Oder „Futterfische“, bzw. „Futtergarnelen“. Noch seltener werden Fische genannt, die man zu Zuchtpaaren als „Feindfaktor“ setzt, damit diese ihre Brut besser bewachen und sich dabei mehr um die (bedrohten) Jungen kümmern.
Mit dem Vorwurf der Funktionsfischhaltung stellt sich automatisch und unweigerlich die Frage nach der Ethik in der Aquaristik. Und ebenso unweigerlich sind dann die Kritiker selbst in Erklärungsnöten, denn sie können nicht schlüssig erklären, warum ihre eigenen Fische gar keine Funktion haben. Ist es denn nicht so, dass sich Aquarianer Fische anschaffen in der unausgesprochenen Erwartung, dass diese ihre neuen Besitzer in irgendeiner Weise erfreuen, ihnen die Langeweile vertreiben oder ihnen gar als Statussymbol dienlich sind? Was ist mit Züchtern und Händlern, die auch noch materielle Vorteile erwarten?
Welche Gründe gibt es überhaupt, um sich für die Haltung irgendwelcher Tiere und insbesondere „Aquarientiere“ oder „Terrarientiere“ zu entscheiden? Bei „Streicheltieren“ ist die Lage wohl etwas anders. Aber welches Tier ist denn für die Aquarien- oder Terrarienhaltung „gemacht“? Im Wesentlichen dürften kaum mehr als folgende Gründe in Frage kommen:
Macht man sich über Begriffe wie „Funktionstiere“ ernsthaft Gedanken, sollte man vielleicht auch einmal über den Begriff „Nutztiere“ nachdenken. „Funktionstiere“ erfüllen mehr oder weniger freiwillig ihre „Funktion“, weil sie unter anderem davon leben, auch wenn sie nicht „geliebt“ werden. Immerhin bekommen sie aber wenigstens eine Pflege, die ihnen ein einigermaßen sicheres und relativ langes Leben ermöglicht. Nutztiere werden dagegen grundsätzlich lebenslänglich regelrecht ausgebeutet. Am Ende der wirtschaftlich sinnvollen Ausbeutung (Nutzung) steht der sichere, meist frühzeitige Tod.


Dieses Lebermoos zählt in Deutschland lt. der "Roten Liste" zu den gefährdeten Arten und ist in die Kategorie 3 eingestuft. Vielleicht hilft ja die sprunghaft ansteigende Zahl der Moosliebhaber unter Aquarianern dem "Ganderblättrigen Ohnnervmoos", bzw. der "Ganderblättrigen Riccardie", in zunehmender Population zu überleben.
