Donnerstag, 26. Juni 2008

"Frischwasserallergie". Oder: Wer suchet, der findet.

"Der englische Arzt Thomas Sydenham (1624 - 1689) ging davon aus, eine Krankheit könne man wie eine Pflanzen- oder Tierart finden und bestimmen. Mit anderen Worten: Krankheiten würden unabhängig vom Beobachter in der Natur vorkommen und dort ihrer Entdeckung durch einen Arzt harren. Die Wirklichkeit ist weniger romantisch. Krankheiten werden oftmals konstruiert, ihre Existenz wird von selbst ernannten Experten beschlossen. [...] Viele Krankheiten sind also keine biologischen [...] sondern ausschließlich menschengemachte Phänomene - und die können in schier unbegrenzter Zahl in die Welt gesetzt werden." Jörg Blech, in "Die Krankheitserfinder".

Fast immer, wenn man sich mit einem Problem beschäftigt, lohnt es sich, den Begriff, der dieses Problem zu beschreiben versucht, einmal genauer zu betrachten. In diesem Fall: „Frischwasserallergie“. Ein höchst mysteriöses Krankheitsbild, das immer wieder Gegenstand zahlreicher Diskussionen ist. Diskus sollen davon recht häufig betroffen sein, seit Jahrzehnten immer wieder Seitenfüller im DISKUS BRIEF und zahlreichen anderen Publikationen.

Die "Frischwasserallergie", eine "Krankheit", die laut ihrem Erfinder Horst Köhler, Herausgeber des DISKUS BRIEF, nichts mit Bakterien zu tun hat und trotzdem mit Antibiotika behandelt werden soll.

Viele Suchanfragen und E-Mails deuten darauf hin, dass noch immer viel Unklarheit über die "Frischwasserallergie" besteht. Nicht zuletzt solch reißerische Wortschöpfungen wie "Frischwasserallergie" nähren geradezu regelrechte Angst vieler Aquarianer vor einem der natürlichsten Prozesse überhaupt: dem Wasserwechsel.

Aus diesem Anlass gibt es auf aquamax.de drei neue Artikel, die Ihnen (hoffentlich) eine etwas andere Sicht der Dinge ermöglichen:

Die "Frischwasserallergie"

Die Gasblasenkrankheit

Wasserwechsel - aber richtig

1 Kommentar:

Fischtante hat gesagt…

Ja, das mit der Frischwasserallergie ist ziemlich schrullig, zumal gerade Diskusfische meiner Erfahrung nach im Anschluß an einen großzügigen Wasserwechsel regelrecht aufblühen.
Wenn Aquarianer sich den Begriff "Keimdichte" bildhafter vorstellen könnten, dann hätten sie vermutlich stets das Bild eines vollen Arztwartezimmers zur Grippesaison vor Augen. Da sie sich das aber zumeist nicht visualisieren können, merken sie auch nicht, daß ihre Fische bereits im Aquarium sprichwörtlich im Klo schwimmen (nicht erst nach ihrem Tode), da sie ja in ihren eigenen Ausscheidungen herumtümpeln.
LG
Fischtante