Heute ein kleiner, aber wunderschöner, submerser Bestand der Bachbunge Veronica beccabunga im Kocher.
Das war es dann wohl mit dem bisschen Sommer - gestern konnte ich erste Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) fotografieren und trotz Sonne war es (mir) schon wieder viel zu kalt.
"Grünes Wasser" aus einem Gartenteich.
Die verschiedenen Schwebealgen bei 400-facher Vergrößerung. Bei derartig undurchsichtigem "Grünen Wasser" würde eine wie auch immer erfolgende Abtötung der Algen die Fische in größte Gefahr bringen. Die absterbenden Algen würden zu einer enormen Sauerstoffzehrung führen. Wer mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hat, sollte vielleicht doch in der Algen-Fibel Gartenteich nach ungefährlichen, biologischen Lösungsmöglichkeiten suchen.
Wenn es auch zum Baden nicht mehr wirklich warm genug war, ließ mir der Spieltrieb keine Ruhe und so hielt ich beim Besuch unserer Freunde die Kamera kurz unter Wasser und knipste einen "Fischblick" nach oben. Eine interessante Sicht der Umwelt "da draußen".
Das Foto des Tages lieferte uns heute wieder einmal Rainer Deible unter dem Titel "Auf der Wäscheleine". "Hochseilakt" wäre allerdings auch nicht unpassend. Vielen Dank, Rainer! Warst wieder einmal erfolgreich auf der Jagd nach ungewöhnlichen Motiven!
Mondsee
Nach dem noch vollständig verregneten Besuch des Krottensees ging die Reise weiter zum Mondsee. Dort hörte der Regen zwar langsam auf, aber die inzwischen wenigstens nicht mehr triefenden Schuhe waren sofort wieder völlig durchnässt. Der Mondsee ist ebenfalls in Privatbesitz.
Seine Wasserwerte, soweit gemessen:
Temperatur (16:00 Uhr) 20,2 °C
Elektrische Leitfähigkeit 296 µS/cm
pH-Wert 8,34
Sauerstoffgehalt 8,97 mg/l
Irrsee
Hier begann sich das Wetter langsam zu bessern und ließ Hoffnung für unser letztes Ziel, den Mattsee, aufkommen.
Der unter Naturschutz stehende Irrsee (Zellersee) ist angeblich der wärmste See im Salzkammergut. An diesem Tag kamen allerdings erst später am Mattsee Badegelüste bei uns auf. Immerhin war die Temperatur an dieser Stelle um 0,2 °C höher als am Mondsee.
Hier die Werte des Irrsees:
Temperatur (16:30) 20,4 °C
Elektrische Leitfähigkeit 274 µS/cm
pH-Wert 8,4
Sauerstoffgehalt 8,06 mg/l
Die im Aquarium bekannten Rotalgen Compsopogon sp. (Bartalgen), verankern sich mit sogenannten Rhizoiden (wurzelähnliche Haftorgane, Basiszellen) auf der jeweiligen Unterlage. Besiedelt werden Dekorationsgegenstände, Steine, Wurzeln und langsam wachsende Wasserpflanzen, aber auch andere Algen, wie hier eine Cladophora sp. (Ast-Grünalge). Man sieht deutlich an der Veränderung der Umgebung der Rhizoidzellen, dass es eine sehr robuste Verbindung ist. Das gilt auch für die Rhizoide der Oedogonium-Arten, die allerdings Grünalgen sind.
Heute unterbrechen wir kurz die Berichterstattung zu unserer Seen-Tour durch Österreich und werfen einen Blick ins pflanzliche Leben unter Wasser am Kocherursprung, genauer am Schwarzen Kocher, nahe der Quelle. Das 8 °C "warme" Wasser versetzt einen zwar fast in Schockstarre, aber für ein paar Unterwasserfotos hält man schon ganz schön viel aus und vergisst für ein paar Minuten, dass diese "Kneipp-Kur" nicht wirklich viel mit dem Original zu tun hat.
Wasserstern, Callitriche sp. in ihrer rein submersen Form, die man hier relativ oft findet. Die Aufnahme zeigt, dass Wasser in der Natur nur sehr selten vollständig klar ist, sondern meist nicht unerhebliche Mengen Schwebeteilchen enthält.
Berula erecta, Berle, wächst in großen Beständen.
Bei dieser Pflanze vermute ich Glyceria fluitans. Leider findet man im Internet nur wenige gute Unterwasseraufnahmen im Süßwasser, die zur Bestimmung dienen könnten. Wie immer freuen wir uns auch hier über Bestimmungshilfe.
Nach der Wasserschlacht am Augstsee ging es weiter zum Hallstätter See. Dort schienen wir aber, noch immer tropfnass, vom Regen in die Traufe zu kommen und so beschlossen wir, mit dem mageren Ergebnis einiger etwas trostlosen Fotos zufrieden zu sein und zum nächsten See aufzubrechen.
Doch auch dort, am Schwarzensee, öffnete der Himmel alle Schleusen und der Abstieg zum See wäre ziemlich sinnlos gewesen. Also auch hier ein paar Fotos und nichts wie weg zum Krottensee, den wir morgen etwas ausführlicher zeigen werden.
Potamogeton sp. im Toplitzsee
Der zweite besuchte See unserer kleinen Tour in Österreich war der Toplitzsee. Wer bei diesem Namen an den mysteriösen, dort angeblich versenkten Nazi-Schatz denkt, findet hier eine interessante Zusammenstellung. Unser Interesse lag allerdings mehr bei der Flora des Sees, die wir allerdings aus Zeitgründen und schwierigem Zugang nur aus relativ großer Entfernung festhalten konnten.
Das eigentlich interessantere Ziel, den hinter dem Toplitzsee gelegenen Kammersee und Ursprung der Traun, kann man nur per Schiff erreichen, denn steile Felswände um den Toplitzsee verhindern dessen Umgehung. Dafür besuchten wir den in unmittelbarer Nähe liegenden Grundlsee, über den wir morgen berichten.
Am Toplitzsee wurden um 9:50 Uhr folgende Wasserwerte gemessen:
Temperatur 18 °C
Elektrische Leitfähigkeit 186 µS/cm
pH-Wert 8,35
Sauerstoff 8,7 mg/l
Nitrat < 5 mg/l
Pellia endiviifolia, das Kelch-Beckenmoos oder Endivienartige Beckenmoos konnte ich heute erstmals am Kocherursprung entdecken und in einer Unterwasseraufnahme festhalten. Diese Lebermoosart ist typisch für Karstquellen. Am Uracher Wasserfall kommt es in relativ großen Beständen vor.

Der Gosausee in Österreich steht schon recht lange auf meiner Wunschliste der zu besuchenden Gewässer. Am vergangenen Dienstag war es endlich soweit. Das Wetter konnte kaum besser sein und so konnte sich die neue wasserdichte Kamera im klaren Wasser des Sees erstmals bewähren. Der Gosausee ist recht nährstoffarm, weshalb kaum Algen und auch recht wenige Pflanzen darin wachsen. Die gemessenen Wasserwerte um 17:00 Uhr:Temperatur 20 °CElektrische Leitfähigkeit 163 µS/cmpH-Wert 8,6Sauerstoff 8,6 mg/lNitrat < 5 mg/lGH 6KH 6In den nächsten Tagen folgen weitere Beispiele der bei dieser Reise besuchten österreichischen Seen.