Die Grünalge Closterium moniliferum, die Mondsichelalge, gehört zu den Zieralgen (Jochalgen) und lebt in eutrophiertem Wasser.
Ciao Knut!
Biofilme - Mikroflora: Es wird oft und viel über sie philosophiert und geschrieben. Man möchte sie wegen ihrer fabelhaften Nützlichkeit hegen und pflegen, ja sogar "fördern" und "in eine günstige Richtung entwickeln". Manche wollen sie dazu im Filter haben, andere plädieren aber für "Geringfilterung" und wollen sie lieber im ganzen Aquarium angesiedelt wissen, aber selbstverständlich nicht an den Scheiben und auch sonst nicht an exponierten Stellen. Gesehen haben die meisten Aquarianer Biofilme, bzw. Mikroflora meist nur makroskopisch als graubraungrünen Belag an Scheiben, hellen Steinen und als Kahmhaut an der Oberfläche. Auf Pflanzenblättern machen sich in der Startphase manchmal Kieselalgen unangenehm bemerkbar. Ansonsten sind jedoch Pflanzen nur dann stärker und damit sichtbar besiedelt, wenn sie nicht mehr wachsen oder bereits Zerfallserscheinungen zeigen. Mikroskopische Bilder verschiedener Biofilme aus Aquarien sind dagegen recht spärlich vorhanden. Dementsprechend schießen dann zwangsläufig die wildesten Vermutungen positiver wie negativer Art ins Kraut. Um ein wenig Licht ins Dunkel dieser Vermutungen zu bringen, möchte ich in loser Folge über konkret aufgefundene Biofilme in Aquarien und Gartenteichen berichten.
Ein Biofilm an der Scheibe eines Nano-Aquariums, 17 Tage nach der Neueinrichtung. Vorherrschend sind verschiedenste Kieselalgen (Diatomeen), aber durchaus auch schon Cyanobakterien und Grünalgen, wie diese beiden Bilder zeigen.
Die stärkste Entwicklung des Biofilms findet im Prallbereich der Strömungspumpe statt. Das Aquarium steht in unmittelbarer Nähe eines Südfensters und bekommt in diesen Tagen erstaunlich viel Sonne ab. Bemerkenswert ist, dass die Besiedelung an der Front- und der dem Sonnenlicht unmittelbar ausgesetzten Scheibe weniger stark ist als an den beiden anderen Scheiben.
In der Phasenkontrast-Aufnahme erkennt man deutlich, dass sich unter den Diatomeen (Kieselalgen) und Grünalgen bereits ein mehr oder weniger geschlossener Bakterien-Biofilm gebildet hat. Dies sind höchst komplexe Gemeinschaften, in denen es zahlreiche Wechselwirkungen gibt. Biofilme im Filter sehen anders aus. Dort fehlen weitgehend die verschiedenen Algen, was natürlich ein wesentlicher Punkt ist. Doch darüber wird in Zukunft ebenfalls berichtet.
Das Rädertierchen Notholca squamula fand ich gestern in einer Probe mit Kieselalgen. Oben in einer Hellfeldaufnahme, unten im Phasenkontrast.
Die Tierchen scheinen Unmengen von Kieselalgen zu fressen.
Mougeotia sp. und Spirogyra sp. (Mitte) sind unverzweigte grüne Fadenalgen, die oft zusammen vorkommen. Damit dürften die Ansprüche an die Umwelt nahe beieinander liegen. Bei Grünalgen sind dies auch fast die gleichen Ansprüche wie die der höheren Wasserpflanzen.
Im Dunkelfeld fotografierte Mougeotia sp. aus einem Aquarium.
Die Bildergalerie zur AQUA-Fisch 2011 in Friedrichshafen ist auf aquamax online. Wir wünschen viel Spaß mit den Bildern!
Die "Algenläuse" sind Kieselalgen der Gattung Cocconeis. Wahrscheinlich handelt es sich um die Art Cocconeis pediculus, die "Gewölbte Algenlaus". Diese Diatomeen heften sich an andere Algen und im vorliegenden Fall an Pflanzenblättern an. Aufnahme bei 1000-facher Vergrößerung.