Sonntag, 31. August 2008

Zweites Tagesfoto: Schneckenlaich im Gatenteich



Gestern erhielten wir über das Gästebuch auf aquamax folgende (gekürzte) Anfrage:

In unserem Gartenteich 1x1m mit kl. Seerose, Rohrkolben und ein paar anderen Pflanzen tummelt sich allerhand Getier. Bislang ist mir weder bei den Pflanzen noch den Tieren irgendetwas so seltsam vorgekommen wie das was sich da jetzt im Teich findet: überall an den Außenseiten des Beckens den Pflanzenstengeln unter den Seerosenblättern befinden sich froschlaichartige Krusten, die einzelnen Gallertkugeln, von denen einige auch frei im Teich schwimmen sind zwischen 3 mm und 1cm groß. Ich versuche seit 2 Stunden über diese Dinger irgendwas herauszufinden, komme aber nicht so recht weiter. Ihre Seite scheint mir recht engagiert und kompetent.. also meine neugierige Frage: was könnte es sein? Ich schließe Froschlaich oder Krötenlaich 100% aus, das würde ich absolut sicher identifizieren können.

Wir vermuten Schneckenlaich, wenn auch die Kugelform etwas seltsam erscheint. In unserem Teich findet sich fast überall der im Bild gezeigte Laich der Spitzschlammschnecke (Lymnaea stagnalis).
Lymnaea stagnalis, die Spitzschlammschnecke beim Abweiden der Kahmhaut im Gartenteich.

Foto des Tages: Heros cf. notatus


Heros cf. notatus, syn.: Centrarchus notatus, ein wunderschöner Cichlide aus Südamerika.

Freitag, 29. August 2008

Grüne Hydra, Hydra (Chlorohydra) viridissima



Die Grüne Hydra, Hydra (Chlorohydra) viridissima, findet man ab und zu auch im Aquarium. Meist fallen diese Süßwasserpolypen erst auf, wenn sie sich an einer Scheibe angeheftet haben. Mit einer Lupe betrachtet, sieht man die Bewegungen der Tentakel. Der Gemeine Süßwasserpolyp Hydra vulgaris wird deutlich größer und kann bei Massenvermehrung eventuell für frisch geschlüpfte Jungfische kleiner Arten gefährlich werden. Diese Gefahr besteht bei der Grünen Hydra nicht. Diese harmlosen, winzigen Tierchen fangen nur selten aktiv Beute, sondern verdauen einen gewissen Anteil ihrer Zoochlorellen (wahrscheinlich Algen der Gattung Chlorella).



Die mikroskopische Aufnahme zeigt bei 100-facher Vergrößerung die Symbiosealgen, die der Hydra ihre hellgrüne Farbe verleihen.

Wissenschaftler haben festgestellt, dass Hydra viridissima ein Pflanzen-Gen besitzt, das für die Symbiose von Chlorella und Hydra nützlich ist: Bericht

Hydren reagieren extrem schnell auf Kupferverbindungen im Wasser. Garnelenfreunde, die Grüne Hydra im Aquarium finden, können sicher sein, dass ihre Garnelen nicht von Kupfer bedroht sind.

Donnerstag, 28. August 2008

Foto des Tages: Gemeine Heidelibelle, Sympetrum vulgatum


Dieses Paar der Gemeinen Heidelibelle, Sympetrum vulgatum, wurde auch am Härtsfeldsee auf einem der dort vorkommenden Kalksteine (Jura) fotografiert.

Mittwoch, 27. August 2008

Kleiner Ausflug zum Härtsfeldsee (Egau-Stausee) Teil 2




Während das Ufer relativ stark mit Schilf und Rohrkolben bewachsen ist, findet man kaum echte Unterwasserpflanzen. Submers fand sich nur Hornblatt (Ceratophyllum demersum).



Die Wasserwerte sind erstaunlich gut:

  • pH-Wert 7,13
  • Leitfähigkeit 475
  • Gesamthärte 14 °dH
  • Karbonathärte 11 °dH
  • Phosphat 0,05 mg/l
  • Nitrat 15 mg/l





So hässlich der Schaum auch wirkte, so harmlos entpuppte er sich bei der mikroskopischen Untersuchung. Er bestand aus planktisch lebenden Kieselalgen (Diatomeen, im Bild Synedra sp.), sehr wenigen anderen Algen und abgestorbenen tierischen Einzellern und Kleinkrebschen.






Die Schwanenfamilie muss sich den Härtsfeldsee im Moment nicht mit anderen Wasservögeln teilen. Vermutlich haben sich die selbstbewussten Vögel die Konkurrenz erfolgreich vom Hals gehalten.

Dienstag, 26. August 2008

Kleiner Ausflug zum Härtsfeldsee (Egau-Stausee) Teil 1


Am Sonntagnachmittag besuchten wir den Härtsfeldsee bei Dischingen. Es ist der Egau-Stausee. Bekannt ist der kleine See hauptsächlich durch das alljährlich dort stattfindende Rock-Festival. Wir waren natürlich mehr am Wasser und seinen Bewohnern interessiert.


Leider waren nicht alle Bilder idyllisch. Solche Schaumansammlungen gab es vor allem am östlichen Ufer. Eine Probe wurde entnommen und wird noch mikroskopisch untersucht. Dazu kommt noch eine kleine Wasseranalyse. Die Ergebnisse und weitere Bilder folgen morgen.

Samstag, 23. August 2008

Foto des Tages: Cambarellus patzcuarensis


Heute ein Portrait des Patzcuaro-Zwergkrebses Cambarellus Patzcuarensis.

Dienstag, 19. August 2008

Original oder "Fälschung"? Caridina multidentata (japonica)


Eine große, wohl bereits mehrere Jahre alte Caridina multidentata, die Amano-Garnele.
Selbstverständlich sind Tiere nie Fälschungen, sondern immer Originale. Aber der Mensch, insbesondere der aquaristisch interessierte, möchte ja gerne Ordnung in seinen "Schubladen" haben. Deshalb gibt es seit geraumer Zeit immer wieder Diskussionen über die Identität einer der bekanntesten Garnelen, nämlich Caridina multidentata (japonica), die "Amano-Garnele". Diese erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit, da sie neben ihrer Schönheit auch fleißig Algen vertilgt.
Bei uns tauchte das Thema durch eine Frage von Rainer Deible wieder auf. Er, bzw. sein Sohn, pflegt seit Jahren "Amano-Garnelen", die sich jedoch sicher im Süßwasser fortpflanzen; so jedenfalls sein Bericht zu diesen Bildern:



Obwohl auf dem unteren Bild deutlich zu sehen ist, dass das Weibchen sehr kleine Eier trägt, scheint die Vermehrung bei dieser Art im Süßwasser zumindest teilweise möglich zu sein. Andererseits ist natürlich auch nicht zu 100 % auszuschließen, dass es sich eventuell doch um zwei verschiedene Arten dreht. Laut Andreas Karge und dieser Website ist das Rostrum ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal. Bei Rainers zweitem Bild ist jedoch ein relativ langes Rostrum zu sehen, was auf C. multidentata, also die "echte" Amano-Garnele hinweisen soll.



Seit ein paar Tagen paddeln 7 Exemplare dieser Art in einem unserer Aquarien. Bis jetzt scheinen sie alle mehr am dargebotenen Granulat-Futter als an Algen interessiert zu sein.

Sollte es von den Tieren, die wir nach langer Recherche wegen ihres kurzen Rostrums als die verwandte Art der C. multidentata aus Taiwan bezeichnen, einmal Nachwuchs im Süßwasser geben, wird hier mit Sicherheit darüber berichtet.

Samstag, 16. August 2008

Lebendfutter - Mückenlarven, Wasserflöhe & Co



Im aquamax Forum wurde eine Frage zu Algenbildung im Gartenteich gestellt. Im Verlauf der Diskussion wurden dann seltsame "Würmchen" aus Schlamm im Bild vorgestellt, aber eine Probenahme war nicht möglich, da die "Würmchen" zerfielen.

Nach einem Hinweis von unserem Forumsmitglied "Fischtante" und einem Zufallsfund von mir war der Fall weitgehend aufgeklärt. Es handelt sich um Rote Mückenlarven, die Larven der Zuckmücke, Familie Chironomidae. Wussten Sie, dass es allein in Mitteleuropa 1.000 Arten von Zuckmücken gibt? Bei weitem nicht alle leben, wie das in Aquarianerkreisen so gerne warnend behauptet wird, in stark mit Schadstoffen belasteten Gewässern. Es sind auch längst nicht alle Arten rot gefärbt. Die roten Arten haben einen dem Hämoglobin verwandten Blutfarbstoff, der den Sauerstoff besser transportieren kann. Deshalb können diese Arten auch noch in relativ sauerstoffarmem Wasser leben. Solches Wasser kann zwar mit organischen Stoffen stark belastet sein, doch sind das sicher nicht alle giftige und gefährliche Stoffe.



Durch meinen Fund der Roten Mückenlarven im Wassereimer angeregt, ging ich kurz auf "Tümpeltour" im Garten. In zwei Mörtelwannen mit Wasser fanden sich sofort auch Schwarze Mückenlarven, Culex pipiens, die Larven der "Gemeinen Stechmücke", wobei mancher geplagte Zeitgenosse mit Recht das "Gemeine" im doppeldeutigen Wortsinn verstehen wird.


Weiße Mückenlarven, die Larven der Büschelmücke, Chaoborus spec., findet man in sehr sauberen, eher kühlen Gewässern. Tümpelnden Aquarianern sind diese wertvollen Mückenlarven auch als "Glasstäbchen" bekannt.



Auch reichlich Wasserflöhe, Daphnia pulex, fanden sich bei der kleinen Tümpeltour. Mit ein paar kleinen Wasserbehältern im Garten kann man seinen Fischen vom Frühjahr bis in den Herbst zumindest gesunde Abwechslung im Speiseplan bieten.

Foto des Tages: Pterophyllum scalare, Manacapuru-Rotrücken



Auch dieses beeindruckende Portrait eines Pterophyllum scalare, "Manacapuru-Rotrücken" hat uns Rainer Deible zur Verfügung gestellt. Vielen Dank, Rainer!

Mittwoch, 13. August 2008

Foto des Tages: Betta imbellis, der Kleine Kampffisch



Dieses Foto des "Kleinen (Friedlichen) Kampffischs" Betta imbellis stellte uns wieder Rainer Deible zur Verfügung. Herzlichen Dank!

Montag, 11. August 2008

Wenn weniger mehr ist: Überbesetzte Teiche

Kaum Wasserwechsel, übermäßiger Fischbesatz und viel zu starke Fütterung sorgen für Anblicke (zum Vergrößern auf die Bilder klicken) wie diese...



Die Aufnahmen entstanden am vergangenen Sonntag während eines Ausfluges in den Schwabenpark im Welzheimer Wald. Ein dichter Schaumteppich "zierte" den Koi- und Goldfischteich, der mit einigen hundert Fischen besetzt sein muss und für diese Masse an Fischen viel zu klein ist.



Die Schaumbildung entsteht durch Eiweiß und Fette, die mikrobiell zersetzt werden. Die immer kleiner werdenden Bestandteile lagern sich an Grenzflächen an, also auch an einer Luftblase im Wasser und an der Wasseroberfläche. Damit werden einzelne Luftbläschen nicht mehr spurlos verschwinden, wenn sie an die Oberfläche kommen, sondern sie bleiben auf und unmittelbar unter der Oberfläche hängen, schließen sich mit anderen zusammen und bilden dann irgendwann eine Schaumflocke, bzw. einen relativ zähen Schaum. Je kleiner die Luftbläschen sind, desto größer wird in der Masse ihre Oberfläche. Viele kleine Bläschen haben zusammen eine größere Oberfläche als eine einzelne riesengroße Blase.



Dieser Effekt führt in der Meerwasseraquaristik dazu, dass man mit starker Durchlüftung und entsprechend extrem vielen winzigen Bläschen einen Eiweiß-Abschäumer einsetzen kann, der den Schaum dann aber nicht im Wasser belässt, sondern ableitet. Im Süßwasser und in diesem Fall funktioniert das nicht, sondern irgendwann zerfällt der Schaum und die Stoffe werden weiter umgebaut und führen so zu enormen Wasserbelastungen, zum Beispiel mit Nitrat.

Freitag, 8. August 2008

Foto des Tages: Mentha aquatica, die Wasserminze


Mentha aquatica, die Wasserminze, scheint nicht nur für uns frisch und angenehm zu duften. Viele verschiedene Insekten besuchen unaufhörlich die hübschen Blütenstände dieser ausdauernden, am Ufer und im Wasser gut wüchsigen Pflanze.

Donnerstag, 7. August 2008

Foto des Tages: Nymphaea - Seerosen-Zuchtform


Eine Seerose (Nympaea) schließt ihre Blüte.

Mittwoch, 6. August 2008

Das Sommerloch wird gefüllt: Uran im Trinkwasser

Endlich scheint das Rätsel um die strahlende Schönheit des Roten Neon (Paracheirodon axelrodi) gelüftet zu sein: Uran im Trinkwasser bringt ihn zum Strahlen!



Preisfrage: Was ist besser - Urin im Badewasser oder Uran im Trinkwasser? Bezogen auf das alljährliche Sommerloch-Thema keine Frage. Urin im Freibadwasser ist seit Jahrzehnten schon ziemlich abgedroschen und rüttelt nicht mehr so richtig auf. Uran im Trinkwasser dagegen lässt eine ohnehin sensibilisierte Gesellschaft (Laufzeitverlängerung für Atommeiler, Endlagerung für Atommüll) dann doch eher aufhorchen und die galoppierenden Energiepreiserhöhungen für einen Moment in den Hintergrund treten. Ein Thema also, das einem im doppelten Wortsinn an die Nieren geht? Eher nicht. Zumindest die Gesundheitsgefährdung (Uran verursacht Nierenschäden) scheint nach Aussagen der Fachleute bei den gefundenen Werten nicht gegeben zu sein.

Und wie sieht es für unsere Lieblinge im Aquarium aus? Wasserwechsel nur noch mit dem Geigerzähler? Da sind wir schon wieder bei der Preisfrage "Urin oder Uran". Denn es ist unbestritten, dass Fische täglich nicht unerhebliche Mengen Wasser aufnehmen und es als verdünnten Urin wieder ausscheiden. Da wird dann schon einiges "angereichert", was durch Wasserwechsel wieder entfernt werden sollte. Und falls es Ihnen und Ihren Fischen in diesem Sommer(loch) doch einmal zu heiß werden sollte, machen Sie den Wasserwechsel mit kaltem Wasser, das kühlt, reinigt und bringt Ihre Neons auch ohne Uran zum Strahlen.

Dienstag, 5. August 2008

Foto des Tages: Victoria cruciana



Die Riesenseerose Victoria cruciana im Viktoria-Haus des Alten Botanischen Garten in Göttingen.

Sonntag, 3. August 2008

Foto des Tages: Weißbinden-Glühkohlen-Anemonenfisch Amphiprion frenatus



Heute ein Weißbinden-Glühkohlen-Anemonenfisch, Amphiprion frenatus, in seiner Anemone.